Schütze Emil Rauch

Im Jahr 2019 war es mir möglich den militärischen Nachlass des Gebirgsschützen Emil Rauch zu erwerben. Er stellt in sofern eine Besonderheit dar, dass er recht umfangreich erhalten ist und zum mindest Fragmente seiner Korrespondenz enthält. Im folgenden stelle ich den Nachlass vor und werde damit versuchen die Geschichte des Schützen Rauch zu erzählen, der Fokus wird dabei auf seiner Teilnahme an der 12. Isonzoschlacht und dem Italienfeldzug 1917 liegen. Sein Werdegang vor und nach dieser Zeit wird in diesem Artikel nur am Rande gestreift werden.

Postkarte der Gemeinde Hohentengen aus dem Nachlass Rauch. Sammlung www.Isonzofront.de
Postkarte der Gemeinde Hohentengen aus dem Nachlass Rauch. Sammlung www.Isonzofront.de

 

 

Emil Rauch wurde am 27.01.1895 in Ölkofen in der Gemeinde Hohentengen, welche damals im Königreich Württemberg lag geboren. Seine Eltern Johann und Maren Rauch lebten und stammten aus Ölkofen. Sie waren Besitzer einer Mühle und so kam es, dass auch Emil nach seiner Schulzeit den Beruf des Müllers erlernte. Mehr lässt sich über sein ziviles Leben leider nicht in Erfahrung bringen, die Informationen entstammen seiner Stammrolle welche so zu sagen seiner militärische Personalakte ist. 

Im August 1914 brach der 1. Weltkrieg aus doch Emil wurde zunächst nicht zu den Waffen gerufen. Im Mai 1915, im Alter von 20 Jahren erfasste auch die Familie Rauch der Krieg und ihr geliebter Sohn Emil wurde gemustert und zur Infanterie eingezogen. Zur damaligen Zeit war man im allgemeinen stolz für tauglich befunden zu werden und seinen Dienst am Vaterland leisten zu können. Ob es Emil ebenso empfand wird unbeantwortet bleiben, jedoch hat sich in seinem Nachlass sein Musterungsabzeichen erhalten. Es zeigte an einem Anhäger für welche Truppe man gemustert wurde und man konnte es nach der Musterung am Zivilanzug tragen um das Ergebnis zur Schau zu stellen.

 Sein Weg nach der Musterung führte ihn zum Rekruten Depot des Infenterie Regiments Nr. 127 (im Folgenden IR 127) wo er für 4 Monate den ersten Teil seiner Grundausbildung erhielt. Schon Ende September 1915 wurde er zum Rekruten Depot der 27. Infanterie Division ins Feld gesandt. Dort erhielt er den letzten Schliff bei der Ersatz Kompanie des IR 127 bevor er Ende November 1915 zur aktiven Truppe der 1. Kompanie des IR 127 an die Front versetzt wird. Dort nahm er dann mit der 1. Kompanie vom 29. November bis Weihnachten 1915 an den Stellungskämpfen in den Argonnen teil bis er erkrankte

 

 

. Seine Akte gibt keinen Aufschluss über seine Erkrankung sondern vermerkt nur einen Lazarettaufenthalt vom 16.01.-26.03.1916. Ein Feldpostbrief an seine Eltern zu Weihnachten 1915 gibt uns jedoch Aufschluss und er kann uns mit seinen eigenen Worten davon Berichten:

FELDPOSTBRIEF BLINDARM ENTZÜNDUNG WEIHNACHTEN 1915

Nach seiner Genesung muss Emil zurück an die Front und kam am 27. März 1916 zurück zu seiner Kompanie. Diese war in den schweren Stellungskämpfen vor Ypern eingesetzt und kämpfte dort bis zum 27. Juli 1916. Danach wurde das IR 127 aus der Front vor Ypern herausgelöst und an die Somme in Frankreich verlegt. Am 1. August 1916 griff das Regiment in die Kämpfe an der Somme ein und Emil kam an die Front bis er am 18. August südlich von Huillemont verwundet wurde. Die Stammrolle vermerkt eine Quetschung des linken Fußes, die aber schlimm gewesen sein muss, denn er wurde nach einer Erstversorgung in ein Lazarett in Hann. Münden gebracht wo er bis zum 27. Oktober 1916 behandelt wurde. Nach seiner Genesung versetzte man ihn zur Ersatz Abteilung des IR 127 in der Heimat wo er jedoch nur wenige Tage verblieb. Zunächst musste er nicht zurück an die Front denn er wurde zum Ersatz Bataillon des Württembergischen-Gebirgs-Bataillons (im folgenden WGB) versetzt. Das WGB war eine Einheit welche speziell für den Kampf im Gebirge und schwierigem Gelände ausgebildet war. Gemeinsam mit wenigen anderen Einheiten war es die Wiege der deutschen Gebirgstruppe welche sich bis zum heutigen Tag erhalten hat. Standort des Ersatz-Bataillons war Isny im Allgäu. Vom 18. Dezember 1916 bis zum 13. Oktober 1917 erhielt er dort eine lange und intensive Ausbildung im Bergsteigen, Skilauf und allen anderen Besonderheiten die der Kampf im Gebirge mit sich bring. Es war eine anstrengende aber trotzdem ruhige Zeit in der Heimat und Emil dürfte froh gewesen sein diese 10 Monate nicht in den Schützengräben der Westfront verbringen zu müssen. Der Kriegsverlauf schritt dennoch weiter fort und an der Südwestfront, am Isonzo, liefen bereits die Vorbereitungen für die 12. Isonzoschlacht. Das aktive Gebirgs-Bataillon war bereits seit dem 29. September 1917 in Kärnten, Österreich und trainierte im Hochgebirge für die bevorstehende Offensive. Dazu mussten auch die Verlsute in den einzelnen Komapnien wieder aufgefüllt werden und damit schlug auch die Stunde für Emil. Am 13. Oktober 1917 endete seine Zeit in Isny mit dem Transportzug No. 30221 wurde er an die Isonzofront gebracht. Von unterwegs schreibt er am 16. Oktober 1917 an sein Mädchen Elise folgende Karte:

 

 

FELDPOSTBRIEF an Elise 10.10.1915

 

Liebe Elise!

 

Ich will nun mal näheres über meinen Aufenthalt mitteilen. Du wirst dich vielleicht noch erinnern, daß ich dir von Ulm aus eine Karte sandte mit dem Vermerk, daß ich bald in Saaturlaub fahre "doch mit des Geschickes Mächten, ist kein ewiger Bund zu flechten!" Ich hatte mich kollossal getäuscht, denn auf einmal hieß die Parole "morgen marschieren wir Frankreich zu!" und so konnte ich dir nur noch mit einem kurzen Gruß aus der alten teuren heimat "Lebe wohl!" sagen. also am 24. september marschierten wir in Ulm ab und goldig schien die Sonne, als die Musik uns zum Abschied auf dem Bahnhof begleitete und manches Mädchen stand mit trüben Augen am Wege als gar so schöne Melodien wie: "Muß i denn", "Weh daß wir scheiden müßen" usw. erklangen und viele junge Soldaten  von ihrer Heimat Abschied nahmen und ins Welschland zu reisen und an der Seite der Kameraden zu Kämpfen die schon so lange der alten Heimat "ade" sagten. So ging die Fahrt über Plochingen, Heilbronn durch das schöne Nekartal durch lothringen, Luxemburg, Belgien und hinen nach Frankreich. In Luxemburg bekamen wir etwas zum essen und da sah ich auch mehrere Bekannte, welche vom regiment 124 auch mit gekommen waren. Natürlich konnte man da auf der langen Fahrt vieles sehen. Im schönen Nekartal hingen die Reben voll Trauben und ladeten den wanderer ein halt zu machen. In Lothringen waren die Bergwerke sehenswert und nur zu schnell war der zug über die Landesgrenze und überall sah man Kriegsspuren. Hier fuhr der Zug über eine vom feind zerstörte und von Pionieren wieder erbaute Brücke und ganz am damm ein Grab mit der Aufschrift Hier ruhen 5 tapfere Krieger und die Wache, stehender Landstrürmer nahmen die Zigarre aus dem Mund um den jungen Kriegern noch einen Gruß mitzusenden. Im Wiesentale erregten die Granatlöcher Bewunderung und oben am Waldrand wieder einige Gräber. In Belgien sind die Ortschaften meist ganz zusammen geschossen und mancher harter Kampf muß es gekostet haben bis der Gegner geschlagen war. Wir sind hier in einer kleinen stadt einquartiert welche sehr unter dem Kriege gelitten hat, doch sind in der Nähe überall Heldengräber. Heute halten wir das Geburtsfest s.M. der Königin und alle Häuser der Stadt sind bekränzt, wie da die franzosen die Ohren spitzten. Am Morgen war feierlicher kirchgang und wenn auch ein Pastor die Sache leitete und evangelischer Gottesdienst gehalten wurde, so horchten doch alle auf den Prediger und mancher leichtsinnige in der Heimat hätte sich da ein Beispiel nehmen können, denn hier bekommt der Mensch ganz andere Gedanken. Vom Land und Leuten könnte ich gar vieles schreiben wenn nur die Zeit nicht so knapp wäre. 

 

2. Seite muss noch abgeschrieben werden. 

FELDPOSTBRIEF, 25. Januar 1916 an die Familie 

 

Geschrieben , 25. Januar 1916

 

Liebe Eltern und Geschwister!

 

Will nun mit dem versprochenen Briefe nicht länger zögern und euch einmal etwas mehr von meiner Krankheit schreiben. Schon längere Zeit, ja schon vor ich nach Frankreich kam, spürte ich, dass in meinem Bauche etwas nicht ganz richtig war, doch ich gab dem Ding keine Acht. die Sache wurde jedoch immer ärger und wenn ein größerer Marsch war, da war ich nachher immer todmüde und dann mußte ich mich immer niederlegen, bis es wieder besser kam. So war es z.B. auch über Weihnachten. Wir waren in einer Stadt einquartiert. Wir waren in einem Heustock gut untergebracht. Am Hl. Abend hatten die Kameraden ein Tannenbäumchen an einem Balken befestigt und mit Liebesgaben behängt und am heiligen Abend war Christbaufeier. Da ging es heiter her und immer sangen zwei Parteien zugleicher Zeit z.B. die einen: "Stille Nacht" und die anderen: "Nach der Heimat möcht ich wieder." Mich kümmerte dieses wenig und schon mittags 4 Uhr ging ich ins Bett oder richtig ins Heu, nach dem Nachtessen fragte ich nicht, ich hatte auch keinen Apetit. Als es aber lustig wurde, da wollten sie mich holen, ich sollte auch mit singen. Doch ich war nicht zu bewegen, denn in meinem Kopfe hämmerte es und mir war es nicht ums singen und mit den Worten: "Du kranke Henn!" ließen sie mich liegen. Am anderen Morgen stand ich früh auf (es war mir besser) und ging in die frühkirche. So ein Bett ist eigentlich ganz praktisch man braucht nur aufzustehen und die in die Stiefel zu schlüpfen und der Mann ist fertig zum gehen. 

Am Weihnachtstag schrieb ich euch: "Es geht mir gut!" Was sollte ich schreiben, das es mir schlecht gehe und euch kummer machen? Nein das wollte ich nicht, doch das unvermeintliche kam doch. Am 3. und 4. Januar war es mir gar nicht wohl. Am 5. hatten wir schon in der Frühe einen größeren Marsch. Da hatte es mich gepackt. Den ganzen Tag konnte ich nichts essen und mußte mich immer brechen. Den ganzen Tag konnte ich nicht aufstehen und des Nachts konnte ich nicht schlafen. Am anderen Morgen, es war Dreikönigsfest meldete ich mich krank.

Im Revier wurde ich vom arzt untersucht und sofort war es klar ich hatte Blinddarmentzündung. Sofort kam ich mit dem San.-Auto hierher ins Lazaret. Ich wurde nochmals untersucht, doch leider blieb es dabei. Ich wurde noch am gleichen Tag operiert und während Ihr in der Nachmittagsandacht waret, wurde ich operiert, denn hier fragt nach einem Sonn- oder Feiertag. Ich spürte ja nicht viel. Als ich auf dem Operationstisch lag war ich im Nu an Händen und Füßen gebunden und schon nach einigen Minuten war ich, gern oder ungern feste eingeschnürt und ich wußte nichts mehr von der Welt.

 

ZWEITE SEITE FEHLT

FELDPOSTBRIEF an die Eltern vom 23.02.1916

 

Gent, 23. Februar 1916

 

Liebe Eltern!

 

Leider muss ich diesen Brief wieder im Bett schreiben. Nun ich will euch jetzt den sachverhalt schreiben. Am 13 Februar durfte ich das 1. Mal aufstehen, doch ich hielt es nicht lange aus, denn sitzen konnte ich nicht gut und die füße waren zu schwach um mit dem "Herrn" spazieren zu gehen. Doch schon am nächsten Tag ging es bedeutend besser und ich konnte mit Joh. Reck schon in den Garten gehen, um 7 Englische und 3 deutsche Flieger zu beobachten. Am 16. wurde ich entlassen zur Leichtkranken Abteilung Gent. In Gent kam ich nachts 1 Uhr an. Am anderen Tag wurde ich nochmals untersucht und kam zur Genesenden-Abteilung. Die Genesenden-Abteilung ist ungefähr wie das Ersatz-Bataillon nur das es nicht so viel Dienst gibt. Am 26. Februar sollte ich wieder zum Arzt. Es kam jedoch etwas dazwischen. Am 19. Abends als wir vom Dienst heim gingen, regnete es leicht. Das konnte ich jedoch nicht vertragen. Am anderen Tag mußte ich liegen bleiben und ich konnte nur noch Kaffee trinken, denn der Hals war wie zugeschnürt. Am Montag den 21. ging ich zum Arzt, ich wurde untersucht, das Thermometer zeigte Fieber und ich bekam meinen Laufpaß mit dem Vermerk: "Zur Leichtkranken-Abteilung entlaßen", Grund "Mandelentzündung".

Hier muß ich den ganzen Tag im Bett bleiben. Ich bekomme nichts als Morgens und Abends kalte Umschläge, doch die Krankheit hat sich schon bedeutend gebessert und hoffentlich kommt keine 3. Entzündung dazu. 

 

In der Hoffnung auf recht baldiges Wiedersehen grüßt euch euer dankbarer Sohn und Bruder

Emil

FELDPOSTBRIEF an die eltern vom 06.07.1916

 

Wawick (?), 6. Juli 1916

 

Liebe Eltern!

 

Will nun einmal wieder schreiben was mir beliebt und hoffe, daß er Euch gesund antrifft.

Mit der Gesundheit geht es besser und am Leben bin ich auch noch und "Für heute Brot, für Heute Licht, für heute Kraft, mehr brauch ich nicht!" Es ist jetzt wieder etwas ruhiger. Wir liegen auf Höhe 59 an der Bahn Comines-Ypern. Am Ostermontag gab es eine große schießerei doch ohne Zweck. Über die Stürmerei waren wir auf Höhe 60. Das Reserve Regiment 11 hatte uns abgelöst. Natürlich mußten da die Schwaben helefn stürmen und den Schädel hinhalten und die Preußen hatten unsere schöne Stellung zu behaupten, anstatt daß die, welche schon lang Ruhe hatten, da geholfen hätten. Achso, die 120er stürmten und kamen auch über die englische stellung hinaus und es ging alles gut. In diese Stellung kamen wir. Das ließen die Engländer aber nicht zu. Sie fingen mit der Artillerie an zu schießen, daß einem hören und sehen verging. Unterstände und dergleichen waren natürlich nicht da doch wir fingen an Löcher zu graben wie die Mäuse. Am Pfingstsamstagmorgen 8 Uhr wurden wir abgelöst. Kurz vorher traf noch "eine" den Unterstand. Ich war 1m links davon auf Posten. 2 Mann sanken neben mir tot um. Der Unterstand fiel halb ein, doch war keiner darin verwundet, nur einem schlug ein splitter die Gasmaske zusammen. Das Artilleriefeuer dauerte immer fort und erreichte am Dienstag morgen die höchste Höhe, als die Engländer ihre Stellung wieder hohlten. wir mußten im Sperrfeuer vorgehen und die alte Stellung halten. Die Englender und wir sind nun wieder in der alten Stellung. Das Stürmen geht eben schon, aber bei den Schrapnellgranaten, Gasangriffen, elektrisch geladenen Drahthindernissen usw. die Stellung halten, ist ein Ding der Unmöglichkeit, so gut, wie wenn die Engländer uns zurücktreiben wollten. Mit dem Stürmen haben wir nichts bezweckt, als eine Unmasse Tote und die alte Stellung (ganz zusammengeschossen). Jetzt sind wir wieder in der alten Stellung, auf Höhe 59 und die Preußen sind wieder in Ruhe und erzählen von den taten vor Ypern. Am 1. des Monats hatte ich wieder Glück. Abends 8 uhr kam ich auf Posten. Kaum stand ich 2 Minuten, da hörte ich einen Schlag, ich glaubte es wäre ein Blindgänger etwa 5 m neben mir, direkt vor der Stellung. Da ein Krach und ich wurde mit Boden überschüttet. Es war eine Mine mit Verzögerung, eine zweite und dritte folgten kurz hintereinander ins gleiche Loch, jetzt erst sauste ich davon, als eine vierte in den Graben sauste. Kaum war ich 10m weit, da ein Krach. Das Handgranatendepot das neben (1m) mir war, war getroffen und 300 Handgranaten und 20000 Patronen krachten auf einen Schlag. Von dem Platz, wo ich noch vor 2 Sekunden.

 

ZWEITE SEITE FEHLT

FELDPOSTBRIEF an Elise Röck FPnr. 45b, gestempelt am 14.08.16

Absender: Musketier Rauch, Emil IR 1/127 z.Zt. Kriegslazarett 17 Arfolinat, Haus 2 / Saal 3 in St. Quentin (Frankreich II. Armee) 

 

St. Quentin, 13.08.1916

 

Wir haben Belgien den Rücken gekehrt, um an der großen Sommeschlacht teilzunehmen. Noch nie habe ich die Kriegsgreul so empfunden wie hier. Die Toten (Freund und Feind) liegen umher und verpesten die Luft. Gestern hatte ich Glück im Unglück. Der Graben rutschte ein und deckte mich zu. Die Kameraden gruben mich heraus und trugen mich 1 1/2 Stunden weit zur Verbandstelle. Der Knöchel am linken Fuß ist entzwei. Gottlob und Dank bin ich dem Krieg eine Zeit lang entronnen.

Schreiben brauchst Du nicht, da ich bald wieder weiter komme, hoffentlich nach Deutschland.

"Im Nest" grüßt Dich    Dein Emil

FELDPOSTKARTE an Elise 16.10.1917

 

16. Okt. 17 Morgens 10 Uhr

L. E.

Bin ein fahrender Gesell, kenne keine Sorgen, labt mich heute der Felsenquell, tut es Rheinwein morgen!

Wir sitzen immer noch gemütlich am alten Platz und betrachten durch das Fenster die vorbeifliegenden Landschaften.

Viele Grüße von Schütze Emil Rauch W.G.B. Transportzug No. 30221.

 

 

Abgestempelt wurde die Karte in Villach und Zensuriert von der K.u.K. Zensurstelle 1 in Klagenfurt wie die Stempel auf der Karte zeigen. Transportiert wurde sie jedoch erst am 27.10.1917, also nach Beginn der Offensive, was auf die verhängte Postsperre zurückzuführen ist.