Bovec 1915-1917

Der Ort Bovec / Flitsch lag, wie Tolmin auch, im Mittelpunkt der Kämpfe an der oberen Isonzofront. Die Österreich-Ungarischen Truppen hatten den Ort gleich zu Beginn der Kämpfe im Jahr 1915 aufgegeben und sich auf eine günstigere Verteidigungsstellung am Ortsrand von Bovec /Flitsch zurückgezogen. Kurzzeitig war der Ort verwaist, denn die Italienische Armee besetzte den Ort nicht so schnell wie man es seitens der Verteidiger erwartet hatte. Nur zögerlich trauten sich die italienischen Streitkräfte in den Ort einzudringen. Zunächst begnügte man sich damit, die Stellungen der Verteidiger aus sicherer Entfernung mit Artillerie zu beschießen. In dieser Zeit wagten sich die Verteidiger immer wieder in der Nacht zurück in den Ort, um in den verlassenen Häusern nach Brauchbarem zu suchen.  Im Laufe des Jahres besetzten die Italiener den Ort dann aber doch, was zur Folge hatte dass nun auch die Österreich-Ungarische Artillerie das Dorf unter Feuer nahm. In einer Nacht beobachteten die österreich-ungarischen Verteidiger von ihren Stellungen am Ravelnik aus, wie der Ort nach einem Feuerüberfall gänzlich in Flammen aufging und ausbrannte.  Den ganzen Krieg über hausten die Italiener in den Ruinen von Bovec bis der Ort im Oktober 1917 in der 12. Isonzoschlacht von der 14. Deutsch-Österreich-Ungarischen Armee zurückerobert wurde. Bereits in den ersten Monaten des Jahres 1918 kehrten die ersten Einwohner von Bovec aus der Vertreibung zurück und bauten ihre nur noch aus Ruinen bestehende Heimat wieder auf. Noch bis weit in das Jahr 1918 hielten sich deutsche und ö.-u. Truppen im Ort auf. Sie waren damit beschäftigt wiederverwertbare Dinge aus den ehemaligen Stellungen im Hochgebirge zu bergen und ins Tal zu bringen. Sie wurden dazu in sogenannten "Sammel-Kompanien" zusammengefasst. Nach dem Zusammenbruch der Monarchie und dem gleichzeitigen Kriegsende zogen noch einmal Heerscharen auf dem Weg in die österreichische Heimat durch das Tal von Bovec. Wenig später besetzten die Italiener das Gebiet und der erste Weltkrieg am oberen Isonzo war zu Ende. Das Ortsbild hat sich durch den Neuaufbau des Ortes verändert. Manche Gebäude, so zum Beispiel einige Kirchen, wurden nicht wieder errichtet und viele Gebäude im Ortskern wurden nur ähnlich wiederaufgebaut. Dennoch ist das Ortsbild in etwa gleich geblieben und es fällt nicht schwer alte Fotografien wieder zu erkennen. Besonders Markant die noch heute genutzte Kirche in der Dorfmitte oberhalb des Marktplatzes, sie ist heute unverändert erhalten geblieben.

 

Zeitgenössische Fotos aus Bovec sind schwer zu finden. Die gezeigten Aufnahmen entstammen dem Nachlass eines italienischen Soldaten. Auf den Fotos lässt sich erkennen, dass der Ort zum Aufnahmezeitpunkt noch relativ intakt ist. Alle Häuser haben noch ihre Dächer, von einem Brand oder Beschuss ist bis auf den getroffenen Kirchturm noch nichts zu erkennen. Man kann daher vermuten, dass es sich um frühe Aufnahmen aus dem Jahr 1915 handelt.

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