Das deutsche Gebeinhaus in Tolmin

Das deutsche Gebeinhaus in Tolmin liegt etwas versteckt, wenn man aber der Beschilderung von der großen Hauptkreuzung in Tolmin folgt findet man es am Ortsrand nahe der Soca. Gebaut wurde es in den Jahren 1936-1938 von einer vom Deutschen Reich dafür beauftragten Firma aus München. Das Gebeinhaus wie auch die Einfassung wurden aus Steinblöcken errichtet, welche aus Süd Tirol extra nach Tolmin befördert wurden. Am Platz des heutigen Gebeinhauses war schon nach der 12. Isonzoschlacht im Oktober 1917 ein Feldfriedhof für die gefallenen deutschen Soldaten der Schlacht errichtet worden. Am gleichen Platz wurde später, nach der Exhumierung aller 931 Gräber, das Gebeinhaus errichtet. Letztendlich haben etwa 1000 deutsche Soldaten in der Krypta des Gebeinhauses ihre letzte Ruhestätte gefunden. Es ist die einzige Ruhestätte für deutsche Soldaten an der ehemaligen Isonzofront. In der Kapelle befindet sich über der Krypta ein Gedenkaltar sowie Eichenholztafeln in die die Namen der Gefallenen eingebrannt wurden. Eine Besonderheit ist das Eingangstor der Anlage, es wurde aus österreichischen und italienischen Gewehrläufen gefertigt. 

Das deutsche Gebeinhaus ist auf jeden Fall einen Besuch wert, wenn man in der Gegend von Tolmin ist. Am Parkplatz befindet sich eine Tafel mit einigen Informationen zur Geschichte auf Slowenisch, Deutsch und Italienisch. Dennoch erscheint dieses Monument eher unpersönlich und anonym. Daher möchte ich einige Soldatenschicksale näher beleuchten um den Gefallenen ein Gesicht und eine Geschichte zu geben.

 

Josef Aigner aus Wolfsbach

Gefreiter im Königlich-Bayerischen Infanterie Leib Regiment, 1. Kompanie

 

Josef Aigner war 23 Jahre alt und Soldat im Eliteregiment der Bayerischen Armee, dem Infanterie-Leib-Regiment. Aigner hatte sich schon auf dem Schlachtfeld bewährt und war Träger des Bayerischen-Militäverdienst-Kreuzes 3. Klasse sowie des Eisernen Kreuzes 2. Klasse. Im Verband des Deutschen Alpenkorps kam er im Oktober 1917 nach Tolmin und befand sich am 24. Oktober 1917 mit seinen Kameraden in den Schützengräben der 1. Linie im Tolminer Brückenkopf. Seinem jungen Leben setzte nicht der Feind ein Ende, er fiel den Gefahren des Gebirges zum Opfer und wurde von einem Steinschlag am Tag des Durchbruchs erschlagen. Seine Ruhestätte fand er zunächst auf dem Feldfriedhof Tolmein und später im Gebeinhaus. 

 

 

 

 

Jakob Pfaffinger aus Salzweg bei Passau

Soldat im Königlich-Bayerischen Infaterie Leib Regiment, 12. Kompanie

 

Jakob Pfaffinger war der Sohn eines Schneidermeisters aus Salzweg und hatte bereits 33 Monate Kriegsdienst im Eliteregiment der Bayerischen-Armee geleistet als ihn sein Schicksal an die obere Soca verschlug. Nur einen Tag nach Beginn der 12. Isonzoschlacht verlor er sein junges Leben im Alter von 22 1/2 Jahren bei einem Sturmangriff. Auch er fand wie seine Kameraden sein Grab auf dem Feldfriedhof Tolmin bis er in das  deutschen Gebeinhaus umgebettet wurde. 

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